Rückblickend war ich total naiv.

Ich dachte: Das wird schon!

Millionen Frauen vor mir haben geboren. Warum sollte ich das nicht können?

So denke ich heute immer noch. Doch jetzt kenne ich den Unterschied zwischen Naivität und Vertrauen. Zwischen einer “Das lass ich einfach auf mich zukommen”-Einstellung und dem Gefühl, wirklich in meiner Kraft zu sein. Die Geburt meines ersten Kindes war eine sehr schmerzliche Erfahrung.

In diesem Artikel liest du, was ich gerne gewusst hätte, bevor ich in den Kreißsaal bin. Worauf es bei der Vorbereitung auf die Geburt tatsächlich ankommt. Lies, wie es mir gelungen ist, nach einer schrecklichen Geburtserfahrung eine angstfreie und selbstbestimmte Geburt zu erleben. Wie ich meine Angst vor dem Geburtsschmerz loslassen und kraftvoll gebären konnte.

Dass du das auch kannst, daran habe ich keinen Zweifel. Denn du trägst alles in dir, was es braucht, um ein Kind zu gebären. Du musst es nur entdecken. Dieser Artikel hilft dir dabei.

Komm, ich erzähl dir meine Geschichte.

Geburtsvorbereitung ohne Tiefgang

Auf meine erste Geburt habe ich mich ganz klassisch vorbereitet. Ich habe einen stinknormalen Geburtsvorbereitungskurs in einer Hebammenpraxis besucht. Da war ich schon ziemlich schwanger, wusste schon in welcher Klinik mein Kind zur Welt kommen sollte und atmete die Atemübungen tapfer mit.

Ich habe zwei Bücher gelesen und mir ab und zu vorgestellt, wie es wohl sein würde, ein Kind zu gebären. Dass es irgendwie weh tut, war klar, aber ich bin nicht zimperlich was Schmerz angeht. Ich war mir sicher: Das geht ohne Schmerzmittel oder PDA, das stehe ich schon irgendwie durch.

Schließlich gab es ja noch meinen Mann, der meine Hand halten konnte und einen bunten Pezziball und die Atemtechniken und den Lieblingsspruch meiner Mutter: “Als ich euch dann im Arm hatte, waren alle Schmerzen vergessen.”

Sie musste es wissen, sie hatte schließlich vier Kinder geboren.

Das passt schon.

Irgendwie.

Mein Kampf gegen die Geburtschmerzen

Als sich die ersten regelmäßigen Wehen einstellten, fuhren wir in unsere Wunschklinik und wurden dort mit einer vaginalen Untersuchung empfangen. Fremde Menschen, ein steriler Kreißsaal und ein Wehenschreiber, der kaum Aktivität aufzeichnete.

Zu Hause hatte ich in regelmäßigen Abständen Wehen verspürt. Ich hatte sie auf der Fahrt in die Klinik verloren.

Die Geburt meines Sohnes zog sich endlos.

Zwischen dem ersten Hallo an der Kreißsaaltür und dem Abnabeln vergingen ganze 13 Stunden. Was morgens noch recht seicht begann, wurde über die Stunden zum Alptraum.

All die Dinge, von denen ich gehört und gelesen hatte, waren wie weggeblasen. Und es gab niemanden, der mir das, was ich vergessen hatte, wieder ins Ohr flüstern konnte. Mein Mann war zwar bei mir, doch mit jeder Stunde, die verging, ohne dass der Muttermund sich weiter öffnete, wurde auch er mutloser.

Dass die Hebamme mich aufmunterte, einfach so weiterzumachen, prallte an mir ab. Ein Standardspruch für die erschöpfte Gebärende. Sicher bekamen ihn alle Frauen irgendwann zu hören.

Machte ich alles richtig? Warum nur dauerte das alles so lange? War mit dem Baby noch alles in Ordnung? Zweifel machten sich in mir breit und schufen Platz - für die Angst.

Erschöpfung und Verzweiflung schlichen sich zur Tür herein und leisteten uns Gesellschaft. Nach und nach wurde ich zur Patientin. Ich stimmte Interventionen zu, die den Verlauf der Geburt beschleunigen sollten. Bekam ein Mittel, um die Kraft der Wehen zu steigern. Die Schmerzen wurden unerträglich.

Ich kämpfte und wütete.

Ich schrie und presste.

Über die Stunden hatte ich alles vergessen, was ich in Büchern gelesen und im Geburtsvorbereitungskurs gelernt hatte. In meinem Kopf war nur noch Angst. Angst, diese Schmerzen nicht länger auszuhalten. Angst, es nicht zu schaffen. Und Angst um mein Baby.

Die Stunden im Kreißsaal waren die schlimmsten meines Lebens.

Als ich meinen Sohn endlich in den Armen hielt, war er das schönste Baby der Welt. Ja, das hat die Natur tatsächlich ganz gut eingerichtet. Aber vergessen? Vergessen waren die Geburtsschmerzen nicht. Als die Oberärztin bei unserer Entlassung “Auf Wiedersehen” trällerte, erwiderte ich nur: “Mich sehen sie hier nicht wieder!”.

Ich konnte mir nicht vorstellen, in diesem Leben noch einmal ein Kind zu gebären.

Zum Glück hatte das Leben andere Pläne.

Dreieinhalb Jahre später gebar ich meinen zweiten Sohn.

Was tun gegen die Angst vor der Geburt?

Verstehe den Geburtsschmerz

Die Natur hat es clever eingerichtet. Sie schenkt uns neun Monate Zeit, uns auf den Tag der Geburt vorzubereiten.

In dieser Zeit wurde ich zur Forscherin.

Ich forschte an der Frage: Was kann ich tun, um der Angst vor dem Geburtsschmerz zu begegnen?

Ich wurde eine Suchende.

Ich suchte nach Antworten bei Frauen, die selbstbestimmt und natürlich geboren hatten. Ich suchte in Büchern. Zum Beispiel in dem genialen Buch "Die selbstbestimmte Geburt" von Ina May Gaskin, der berühmtesten Hebamme der Welt. Ich suchte in mir. Was war da schief gelaufen? An welchen Stellen hatte ich etwas übersehen? Ich lauschte meinem Bauchgefühl und traf die Angst.

Sie stand groß und mächtig vor mir.

Es machte keinen Sinn, vor ihr weg zu laufen. Sie zu leugnen, klein zu reden oder mit allgemeingültigen Sprüchen zu vertrösten. Die Angst war da und erst, als ich das kapiert hatte, wurde es in mir ruhiger.

Ich fing an, klar zu denken und machte mir bewusst, was ich wollte. Ich wollte mich dieses Mal richtig gut auf die Geburt vorbereiten. Mit Herz und Verstand, ohne Vogelstrauß-Taktik.

In mir war ein tiefer inniger Wunsch, mein Baby aus eigener Kraft zur Welt zu bringen. Ich wollte erfahren, was ich in Ina May Gaskins Büchern gelesen hatte: Dass Geburt eine kraftvolle, stärkende Erfahrung sein kann, die dein Leben verändert.

Für mich stand fest: Ich wollte mein Baby in Würde gebären.

Der Geburtschmerz ist nicht dein Feind

Nach und nach verstand ich, dass die Schmerzen bei der Geburt nicht das eigentliche Problem gewesen war. Das Problem war meine innere Haltung. Ich hatte kein echtes Vertrauen in meine Gebärfähigkeit entwickelt. Ich hatte mich nicht wirklich mit meiner inneren Weisheit verbunden. Ich hatte all das angelesene Wissen aus Büchern nicht auf mich selbst übertragen.

Denn eine Sache hatte ich die ganze Zeit übersehen.

Und das war die Angst.

In meiner ersten Schwangerschaft wollte ich sie nicht sehen. Ich habe mich abgewandt, sie ignoriert und ihre Botschaft überhört.

Ich habe meine Angst nicht ernst genommen und das war mein größter Fehler.

Denn in dem Moment, in dem ich sie am wenigsten gebrauchen konnte, kam sie wieder. Sie klopfte nicht einmal an. Aus dem nichts tauchte sie auf und erfüllte das ganze Geburtszimmer.

Sie war plötzlich überall und alle Techniken und Methoden, alles Atmen und Beckenkreisen, der lilafarbene Pezziball und die Kristalllampe, die Lieblings-CD aus der Kliniktasche und das Traubenzuckerle, die gut gemeinten Gesten meines Mannes und der Zuspruch der Hebamme, das alles war machtlos - gegen die Angst.

Wenn du Angst hast, kannst du nicht vertrauen. Du kannst dich nicht hingeben. Und nicht loslassen.

Doch Geburt ist Loslassen und Vertrauen.

Es ist ein Akt der Hingabe, deinem Baby das Leben zu schenken.

Du öffnest dich und wirst weit.

Angst macht dich eng. Sie lässt dich an Kampf oder Flucht denken und macht sich auch in deinem Körper bemerkbar. Du verkrampfst, atmest flach, wirst unruhig. Es ist natürlich, so zu reagieren, wenn du Angst hast. Doch die Schmerzen bei der Geburt verstärken sich, wenn du gegen sie an kämpfst.

Dein Baby hat es viel viel schwerer zur Welt zu kommen, wenn du Angst hast.

Bau deine Geburtserfahrung auf Vertrauen auf

Bau auf Vertrauen und du wirst den Geburtschmerz bewältigen

Es ist, als würdest du ein Haus bauen.

Du entscheidest über das Fundament, auf dem alles aufbaut.

Baust du auf Sand oder auf festem Untergrund?

Angst ist ein sandiger Untergrund, der nicht trägt. Du kannst darauf bauen, aber sobald die See rauer wird, gerät alles ins Wanken. Dann pfeift der Wind durch alle Ritzen, dir wird kalt und wenn du Pech hast, stürzt das, was du dir aufgebaut hast, wie ein Kartenhaus in sich zusammen.

So habe ich mich nach meiner ersten Geburt gefühlt.

Es war ja nicht so, dass ich mich überhaupt nicht vorbereitet hätte. Ich habe doch gelesen, war in einem Geburtsvorbereitungskurs und hatte im Vorstellungsgespräch gesagt, was ich wollte. Doch als es drauf ankam, ist alles in sich zusammengestürzt.

Weil mein Fundament nicht klar war. Es hat mich nicht getragen.

Ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass es dir gelingt, dein Haus auf festem Untergrund zu bauen. Einem Untergrund, der trägt und auf dem du die gesamte Vorbereitung für die Geburt deines Babys aufbaust.

Bau dein Haus auf Vertrauen.

Du kannst noch heute den Grundstein legen.

Was eine gute Geburtsvorbereitung ausmacht

Willst du auf Vertrauen bauen, musst du deine Angst kennen.

Welches Kino herrscht in deinem Kopf?

Es lohnt sich, die Geburt nicht einfach auf dich zukommen zu lassen. Zu denken, das wird schon irgendwie. Darauf zu hoffen, dass es schnell geht und die Schmerzen der Geburt danach schnell vergessen sind.

Ich habe die Vogelstrauß-Taktik erprobt, sie ist nicht empfehlenswert.

Die Erfahrung war schmerzhaft.

Bist du bereit, dich wirklich auf die Geburt deines Baby vorzubereiten? So, dass sie zur schönsten und kraftvollsten Erfahrung deines Lebens wird?

Glaube mir, das ist möglich. Jetzt kennst du meine Geschichte und weißt, dass ich beides erlebt habe.

Den Alptraum und die Traumgeburt.

Lass den Alptraum aus und frage dich stattdessen: Was kann ich ganz konkret tun, um mich gut auf die Geburt meines Babys vorzubereiten. Um nicht überrollt zu werden von den Schmerzen. Und nicht zu verzweifeln, vor Angst.

Die Antwort ist einfach: Du kannst dir deine Angst jetzt ansehen, denn bis zur Geburt hast du noch Zeit.

Nutze diese Zeit und lausche deiner Angst. Sie wird dir eine wertvolle Botschafterin sein und dir zeigen, wo es langgeht. Mache dir bewusst, woher sie kommt, welche inneren Bilder du mit dir herum schleppst und wie sie dich beeinflussen.

Wenn du deine Angst anerkennst, kannst du sie in Vertrauen wandeln. Du kannst dich auf das Positive ausrichten und ganz konkrete Schritte gehen, die dir helfen, eine angstfreie Geburt zu erleben. Das klingt kompliziert und überfordert dich vielleicht im Moment, weil du nicht weißt, wie du das anstellen sollst? Das ist total verständlich!

Ich habe sehr viele Bücher gelesen, viel beobachtet und stundenlange Gespräche mit anderen Frauen geführt. Dieses Forschen und meine eigene Erfahrung haben dazu geführt, dass ich überzeugt bin: Jede Schwangere, die eine gute Geburtserfahrung machen möchte, muss sich ihrer Angst stellen.

Wo die Angst ist, da gehts lang!

Selten nehmen sich Hebammen in ihren Kursen diesem Thema an. Es ist einfach aus Zeitgründen kaum möglich, in einer Gruppe aus zehn Paaren individuelle Ängste zu besprechen. Doch wenn du "nur" Techniken lernst, wie Atemübungen, Gebärpositionen und dass dein Mann nicht zu viel auf das CTG starren soll, dann ist das zwar besser als nichts, aber Geburtsvorbereitung mit Tiefgang geht weiter.

Denn in der eigenen Auseinandersetzung liegt der Schlüssel für eine gute Geburtserfahrung.

Wenn du dich auf den Weg machst, deine Angst zu erforschen, wirst du den Weg des Vertrauens finden. Und der führt dich zur Traumgeburt.

Meine Geschichte hast du gelesen. Jetzt ist es an der Zeit, dass du deine eigene schreibst. Die Geschichte einer kraftvollen, unvergesslichen Geburtsreise.

Gerne begleite ich dich in unserem Geburtsvorbereitungskurs mit dem Lila Faden auf deinem Weg zu einer guten Geburterfahrung und unterstütze dich darin, deine individuellen Ängste anzuschauen und in Vertrauen zu wandeln.

Ich wünsche dir von Herzen alles Gute für deine Geburtsvorbereitung und eine traumhafte Geburt,

erwarte eine Zeit voller Wunder!

Simone

P.S.: Komm gerne in unsere Facebook-Gruppe "Bewusst schwanger - selbstbestimmt und natürlich gebären", wenn du mehr darüber erfahren willst, wie du dich ganz konkret auf eine gute Geburt ohne Angst vor den Schmerzen ausrichten kannst. Und wenn du noch heute deinen ersten Schritt ins Vertrauen gehen willst, dann sichere dir deinen Platz im nächsten Geburtvorbereitungskurs.

Der Geburtsvorbereitungskurs mit Lila Faden

  • Im Kurs beginnst du das Vertrauen in deine Schwangerschaft zu weben und dich mit einer inneren Kraft und Weisheit zu verbinden.
  • Du nimmst dir bewusst Zeit für dich, deine Schwangerschaft und dein Baby.
  • Du lernst, wie du täglich mehr Selbstfürsorge, Entspannung und Gelassenheit in deine Schwangerschaft bringst und warum das für die Geburt wichtig ist.

  • Du wirst deine Ängste und Sorgen in Bezug auf Schwangerschaft und Geburt aufdecken, in Vertrauen wandeln und dir eine kraftvolle Vision für deine Geburt erschaffen.

  • Du bekommst handfestes und positives Wissen zur Geburt, das dir verdeutlicht, dass eine Geburt ein natürliches Ereignis ist.

  • Du lernst, wie du dich mit wirkungsvollen Techniken (Entspannung, Atmung, positive Affirmationen und Visualisierungen) gezielt auf die Geburt vorbereitest, um sie angstfrei, selbstbestimmt und so natürlich wie möglich zu erleben.

Über uns

Wir sind Simone Vogel (li) & Cerstin Jütte (re) und die Gründerinnen von NONAWUNDER

Wir sind davon überzeugt, dass Frauen alles in sich tragen, was sie brauchen, um ihre Kinder aus eigener Kraft zu gebären. Und wir sprechen aus Erfahrung, denn: Wir haben es selbst getan!

Cerstin hat vier Kinder geboren. Ihre Geburtsreisen waren sehr verschieden und doch gibt es eine Erkenntnis, die über allen steht: Verbinde dich mit deiner inneren Weisheit!

Diesen Artikel schrieb Simone. Sie hat in ihrer ersten Schwangerschaft nicht auf ihr Bauchgefühl gehört und die Angst ignoriert. Das Ergebnis war eine erste Geburterfahrung, die von großen Schmerzen und Verzweiflung geprägt war. Ihre zweite Schwangerschaft war geprägt von intensiver eigener Auseinandersetzung und frühzeitiger Geburtsvorbereitung. Sie weiß was es bedeutet, durch die Angst zu gehen und wurde dafür reich belohnt: Die Geburt ihres zweiten Sohnes war die kraftvollste Erfahrung ihres Lebens!

Gerne unterstützen wir dich dabei, dich gut auf die Geburt deines Babys vorzubereiten. Alles Gute für dich und eine wunderschöne Geburtserfahrung wünschen dir Cerstin & Simone