Endlich hältst du es in Händen.

Dieses kleine hellblaue Büchlein, das das Wunder in dir bestätigt.

Dein Frauenarzt hat es dir heute ausgehändigt:

Deinen Mutterpass!

Doch nicht nur das. Mit ihm wanderten ein Dutzend verschiedene Faltblätter und Broschüren in deine Handtasche. Ein Informationsblatt über Nahrungsergänzungsmittel, eine Aufklärung zum Ultraschall und mehrere Flyer zu IGeL und pränataler Diagnostik.

Oh Gott, ist das kompliziert! Das ist dir alles zu viel.

Wie sollst du dich im Dschungel der Vorsorge zurecht finden? ​Wo ist die Fee, die dich an die Hand nimmt? Dir all die Untersuchungen erklärt und dir sagt, wie es jetzt weitergeht? Ich bin zwar keine Fee, aber ich verspreche dir: Der Dschungel wird sich lichten.

Am Ende dieses Artikels wirst du mehr Klarheit darüber haben, welche Untersuchungen du im Rahmen deiner Schwangerschaftsvorsorge wahrnehmen magst. Ich erkläre dir, was es mit den Mutterschaftsrichtlinien auf sich hat, was die Vorsorgeuntersuchungen so kompliziert macht und wie du ganz einfach herausfinden kannst, was du brauchst und was nicht. 

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Schwangerschaftsvorsorge kurz erklärt

Wenn du schon bei deinem Frauenarzt warst, hat dieser sich an die sogenannten Mutterschaftsrichtlinien gehalten. Sie legen fest, was in Deutschland als Standardprogramm für jede Schwangere gilt. Dieses Programm sieht drei Ultraschalluntersuchungen vor, also eine Untersuchung pro Schwangerschaftsdrittel.

In der ersten Untersuchung, zwischen der 9. und 12. Schwangerschaftswoche wird deine Schwangerschaft bestätigt. Es wird die Größe des Babys ermittelt und man kann sehen, ob du ein oder sogar mehrere Wunder in dir trägst. Aus der gemessenen Größe kann dein Arzt ableiten, in welchem Zeitraum dein Baby zur Welt kommen wird.

Zwischen der 19. bis 22. Schwangerschaftswoche, also im zweiten Trimester, kannst du zwischen einem Basis-Ultraschall und einem erweiterten Ultraschall wählen. Zunächst wird die Größe deines Babys, die Lage der Plazenta und deine Fruchtwassermenge geprüft. Beim erweiterten Ultraschall wirft dein Arzt einen besonderen Blick auf die Organe und die Gehirnentwicklung deines Babys. Auch den erweiterten Ultraschall bezahlt deine Krankenkasse.

Ein letzter Termin, zwischen der 29. und 32. Woche, rundet die in den Mutterschaftsrichtlinien vorgesehenen Ultraschalluntersuchungen ab.

Zusätzlich zu diesen drei Ultraschalls finden etwa alle vier Wochen weitere Vorsorgetermine statt. Bei diesen wird dein Blutdruck gemessen, der Urin untersucht und dein Gewicht ermittelt. Der Arzt wird das Wachstum deines Babys im Blick haben, in dem er den Stand deiner Gebärmutter und die Lage des Babys ertastet und deinen Bauchumfang misst.

Du entscheidest über deine Vorsorge

Die Untersuchungen nach den Mutterschaftsrichtlinien sind nicht verpflichtend, sondern freiwillig. Es entsteht dir (hier in Deutschland) kein Nachteil, wenn du sie nicht wahrnimmst und es kann dich niemand zwingen, sie in Anspruch zu nehmen.

Bedenke, dass Schwangerschaftsvorsorge erstmal nach dem Gießkannenprinzip funktioniert. Die festgelegten Untersuchungen werden einfach über allen Schwangeren ausgeschüttet. Deine individuellen Wünsche und Bedürfnisse werden dabei nicht berücksichtigt. Triffst du nicht bewusst andere Entscheidungen und äußerst diese, wirst du im Rahmen der Vorsorge mindestens diese Untersuchungen durchlaufen.​

Was die Schwangerschaftsvorsorge kompliziert macht

Klingt erstmal überschaubar, so ein festgelegtes Standardprogramm zu durchlaufen. Doch leider muss ich dich enttäuschen, denn so einfach bleibt es nicht.

Jetzt erkläre ich dir, was die Sache kompliziert macht. Und warum dein Frauenarzt dir so viele Flyer ausgehändigt hat, die dir schwer in der Handtasche und im Magen liegen.

Drei Gründe machen die Vorsorge kompliziert:

  1. Es gibt neben den normalen Untersuchungen der Mutterschaftsrichtlinien - die von deiner Krankenkasse bezahlt werden - noch weitere Untersuchungen, sogenannte IGeL, also Individuelle-Gesundheits-Leistungen. Diese sind nicht für jede Schwangere nötig und sinnvoll, sie werden dir jedoch von deinem Arzt angeboten. Nimmst du sie in Anspruch, bezahlst du sie aus eigener Tasche.

  2. Außerdem gibt es den großen Bereich der Pränataldiagnostik. Also Untersuchungen, die bei deinem Baby gezielt nach Abweichungen von der Norm suchen. Nach Besonderheiten, die es vielleicht mitbringt, wie bestimmte Gendefekte und Behinderungen. Der Markt ist unübersichtlich, es gibt verschiedenste Tests und Screenings. Während manche nur Wahrscheinlichkeiten berechnen, versprechen Bluttests eine hohe Aussagekraft.  

  3. Auf Seite 21 und 22 deines Mutterpasses findest du 52 Risikogruppen. Unsere deutsche  Risikoeinstufung ist sehr umfangreich. Letztendlich entscheidet dein Arzt, ob er dich als “Risikoschwangere” einstuft oder nicht. Inzwischen werden hierzulande ca. 70% aller Schwangeren in ihrem Mutterpass als “Risikoschwangere” geführt. Ordnet dein Arzt deine Schwangerschaft als risikoreich ein, wirst du dir Sorgen machen und bist verunsichert. Eine weitere Konsequenz dieser Einstufung: Untersuchungen, die normalerweise von der Kasse nicht übernommen werden, kann dein Arzt in diesem Fall abrechnen. Oft finden dann mehr Ultraschalluntersuchungen statt, aber auch IGeL können bezahlt werden. Da hatte ich dir doch eben noch erklärt, dass du IGeL aus eigener Tasche bezahlst. Ja, es ist verwirrend. Sag ich doch.

Wie die eigentliche Frage zur Vorsorge lauten muss

Zurecht denkst du jetzt: Ich bin nicht schlauer als zuvor. Du fragst dich immer, was du mit all diesen Infoblättern tun sollst.

Lesen. Und dann?

STOP - bevor du sie liest!

Leg all die Flyer zur Seite und nimm dir einen Moment Zeit. Atme tief durch und setz dich aufs Sofa.

Vor der Frage, welche Untersuchungen du in Anspruch nehmen magst, steht eine ganz andere Frage. Eine, die du dir unbedingt stellen solltest. Die, um die es wirklich geht.

Sie lautet: Was willst du für deine Schwangerschaft?

Denn bevor du entscheidest, was du brauchst, musst du dir im Klaren darüber sein, wie du deine Schwangerschaft gestalten magst. Was du darüber denkst, dass ein kleiner Mensch seinen Platz in dir gefunden hat und heranwächst. Mit welcher Grundeinstellung trittst du diese Reise ins Unbekannte an? Welche Erwartungen verbindest du mit den Untersuchungen der Vorsorge?

Stark vereinfacht gibt es zwei Ausgangspunkte, von denen aus du dich ins Abenteuer Schwangerschaft und Geburt stürzen kannst. Zwei Sichtweisen, mit denen du auf das, was vor dir liegt, blicken kannst.

Eine weit verbreitete Sicht auf Schwangerschaft und Geburt

In unserer westlichen Kultur haben die meisten Menschen heute eine medizinisch-technische Sicht auf Schwangerschaft und Geburt. Sie glauben, dass eine Schwangerschaft ein besonderer, kritischer Zustand ist. Ähnlich einer Erkrankung muss dieser Lebensabschnitt engmaschig überwacht werden. Diese Überwachung sorgt für Stress in der Schwangerschaft, sie bedient sich unzähliger Tests, Geräte und Kontrollen.

Diese gehören heute zur Schwangerenvorsorge, wie der Bohrer zum Zahnarzt.

In keinem europäischen Land werden bei Schwangeren so viele Ultraschalluntersuchungen durchgeführt wie in Deutschland. Doch der Ultraschall macht deine Schwangerschaft nicht sicherer. Er ist eine Momentaufnahme. Und was der Arzt zu sehen glaubt, hängt von vielen Faktoren ab. Eigentlich willst du nur hören, dass es deinem Baby gut geht. Doch das ständige Prüfen und Vermessen führt schnell zu Aussagen, die dich aufhorchen lassen und verunsichern.

Die Sicherheit, die uns die Technik verspricht, ist eine Scheinsicherheit.

Willst du Vorsorge oder Risikosuche?

Ein zweites Beispiel für unsere medizinische Sicht auf die Schwangerschaft sind die Risikogruppen. Bei deinem ersten Arztbesuch hat dein Arzt ein sogenanntes Anamnesegespräch mit dir geführt. Er hat dich zu deinem bisherigen Leben und deiner Krankheitsgeschichte interviewt, um zu erfahren, ob und wenn ja welche Risiken auf dich zutreffen.

Mach dir bewusst, dass viele der dort aufgeführten Punkte allgemeine Wahrscheinlichkeiten sind. Die Komplikationen, die dein Arzt im Blick hat, wenn er sein Kreuz setzt, müssen bei dir nicht eintreten. Sie sagen über den individuellen Verlauf deiner Schwangerschaft nichts aus.

​Fazit: Was dich als Schwangere bei deinem Frauenarzt erwartet, ist umfangreich und kompliziert. Es erwartet dich ein Programm aus Untersuchungen, die in den Mutterschaftsrichtlinien enthalten sind, Zusatzleistungen, die du buchen und selbst bezahlen kannst und eine große Auswahl an pränataldiagnostischen Untersuchungen, die dir Auskunft über mögliche Erkrankungen deines Babys geben. All das basiert auf der Ansicht, dass eine Schwangerschaft ein medizinisches Ereignis ist, das in regelmäßigen Abständen von einem Arzt überwacht und dokumentiert werden muss. 

Bist du krank oder schwanger?

Welche Antwort schenkt dir dein Bewusstsein spontan?

Meines sagt: Schwanger sein ist keine medizinische Angelegenheit.

Und das ist die zweite, in Vergessenheit geratene, natürliche Sicht auf die Dinge. Eine Sicht, die dir dabei hilft, entspannt schwanger zu sein, ohne dich von Panikmache verunsichern zu lassen.

Eine Schwangerschaft ist ein uralter Vorgang, er ist alltäglich und wundervoll zugleich.

Ich staune noch heute darüber, wie es möglich war, dass aus meinem Körper zwei zauberhafte neue Leben hervorgegangen sind. Sie sind in mir entstanden, gewachsen und ich habe sie geboren.

Das kannst du auch, denn diese Vorgänge funktionieren seit Anbeginn der Menschheit. Du und dein Baby, ihr seid ein perfektes Team und dafür geschaffen, diesen Lebensabschnitt gemeinsam zu durchwandern.

Vorsorge bedeutet zu beobachten, wie dein Körper die Schwangerschaft bewältigt. Darüber zu staunen, wie er runder und voller wird. Wahrzunehmen, wie sichtbar wird, dass in dir neues Leben heranwächst. 

In den allermeisten Fällen gibt es nichts zu tun.

Die Prozesse, die dein Körper gestartet hat, funktionieren ohne ärztliche Hilfe. Ursprünglich lag der Sinn der Vorsorgeuntersuchungen darin, das Wohlbefinden von Mutter und Kind im Blick zu haben. So konnten unterstützende Maßnahmen durchgeführt werden, falls Hilfe nötig war. Nur in Ausnahmefällen sind medizinische Maßnahmen sinnvoll und segensreich.

Betrachte beide Sichtweisen und spüre, welcher du mehr zustimmst.

Was ist deine Schwangerschaft für dich?

Ist sie ein medizinisches Ereignis oder etwas ganz Natürliches?

Dein hilfreichster Ratgeber durch die Vorsorge

Wie du dich im Dschungel der Schwangerschaftsvorsorge zurecht findest

Ein wertvoller Kompass kann dir gute Dienste leisten. Du trägst ihn immer bei dir, er arbeitet rund um die Uhr und kostet nichts. Dieser Kompass ist dein Bauchgefühl.

Nimm dir Zeit zu lauschen und achte auf das, was es dir zu sagen hat.

Bemerke, wenn die Angst sich zu Wort meldet und lautstark ihre Einwände vorbringt. Bist du von Angst geleitet, ist es schwer, das eigene Bauchgefühl zu hören. Lass die Angst da sein, sie ist nicht falsch. Hör dir an, was sie zu sagen hat, aber lass dich nicht von ihr leiten. Suche nach Wegen ins Vertrauen und lass nicht zu, dass die Angst deine Wegweiserin wird. 

Sie kann eine wichtige Botschafterin sein. Doch als Ratgeberin in Schwangerschaftsfragen ist Angst die falsche Ansprechpartnerin. Wende dich stattdessen konsequent an deinen inneren Kompass. Aus deiner bisherigen Lebenserfahrung, deinen Glaubenssätzen und einfachen Faustregeln formt dir dein Bauchgefühl Antworten.

Vertraue darauf, dass diese Antworten dir wertvolle Hinweise geben.

Frage dich: Was fühlt sich für mich “aus dem Bauch heraus” stimmig an?

Nutze dein Bauchgefühl als Kompass.

Der ultimative Tipp, für eine entspannte Schwangerschaftsvorsorge

Jetzt ein letzter Tipp.

Mein ultimativer zum Umgang mit dem Vorsorge-Dschungel: Such dir eine Hebamme!

Du hast Anspruch auf Hebammenbegleitung und sie wird von deiner Krankenkasse bezahlt. Hebammen sind die Fachfrauen für den Lebensabschnitt Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett. Für Hebammen sind Schwangerschaften natürliche Ereignisse. Weshalb dieser Tipp für dich nur dann ultimativ ist, wenn du dich auch für diese Sicht der Dinge entschieden hast.

Hebammen kennen sich mit den natürlichen Abläufen aus. Sie sehen dich als Frau, die neues Leben in sich trägt. Sie kennen die ersten Schwangerschaftsanzeichen, haben ganz praktische Tipps gegen die Übelkeit und wissen um die emotionalen Prozesse, die dieses Abenteuer für dich mit sich bringt. Eine Hebamme kann alle Vorsorgeuntersuchungen - außer den Ultraschalluntersuchungen - durchführen.

Auch sie händigt dir das kleine Büchlein aus, von dem alle Schwangeren träumen: Deinen Mutterpass!

Sie misst deinen Blutdruck, bestimmt den ph-Wert in deiner Scheide und hat dein Gewicht im Blick. Sie tastet die Größe deiner Gebärmutter und die Lage des Babys. Wenn du das möchtest, kann sie auch eine vaginale Untersuchung durchführen.

Was du noch tun kannst, um deinen Weg zu finden

Dieser Artikel war kein schneller Tipp “to-go”, wie du es dir vielleicht erhofft hast. Er ist eher eine Anleitung dafür, wie du deine Schwangerschaftsvorsorge so gestaltest, dass sie zu dir passt. Kein Standardprogramm und kein 0-8-15.

Stattdessen dein Weg.

Denn du bist die Frau, die das Wunder in sich trägt.

Deshalb kannst nur du selbst entscheiden.

Warte nicht, bis die gute Fee kommt. Sondern fang noch heute an, deine Schwangerschaft bewusst zu gestalten, dein Vertrauen zu vertiefen und deinen ganz eigenen Weg zu gehen. Wie du dein Bauchgefühl hierbei als Kompass nutzt, erfährst du in unserem kostenfreien Webinar "Gestärkt und informiert durch Schwangerschaft und Geburt". Außerdem lernst du im Webinar einen Leitfaden kennen, der dir Orientierung gibt und dir dir wichtigsten Schritte für deine Geburtsvorbereitung aufzeigt. Mit ihm findest du einen Weg, der sich für dich gut anfühlt.

​Ich freu mich auf dich im Webinar!

​Deine Simone

Cerstin & Simone

Über uns

Wir sind Simone Vogel (li) & Cerstin Jütte (re) und die Gründerinnen von NONAWUNDER

Wir unterstützen dich darin eine Schwangerschaft in guten Hoffnung zu erleben und dich ganzheitlich auf deine Geburt und das Wochenbett vorzubereiten. 

Unser Motto: Erwarte eine Zeit voller Wunder! 

Schwangerschaftsvorsorge: Welche Untersuchungen du wirklich brauchst

Willst du deine Sicht auf die Geburt ändern?

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