Wie planst du deinen Urlaub?

Wenn wir als Familie unseren Urlaub planen, machen wir uns unzählige Gedanken.

Meer oder See, Süden oder Norden, Camping oder Ferienwohnung?

Wie weit wollen wir fahren und welche Grenzen setzt uns unser Budget?

Es macht Sinn, sich vor bestimmten Ereignissen einen Plan zurecht zu legen. Dazu zählen Urlaube, genauso wie Hochzeiten und Hauskäufe.

Auch für die Geburt deines Babys solltest du einen Plan in der Handtasche haben.

Vielleicht denkst du: “Geburt und Urlaub - das kann man doch nicht vergleichen. Eine Geburt ist doch nicht planbar”. Ja und nein.

Mal ehrlich: Läuft bei dir im Urlaub immer alles nach Plan?

Ein Plan ist ein Plan.

Was dann passiert, ist das pure Leben.

Trotzdem hilft dir dein Plan, dich auf das vorzubereiten, was auf dich zukommt.

Und genau darum geht es auch beim Geburtsplan.

Wenn du also zu denen gehörst, die die großen Ereignisse ihres Lebens nicht einfach so auf sich zukommen lassen, dann lies weiter. Erfahre was ein Geburtsplan ist, wie du ihn für dich nutzt und welche 4 Fehler du in Zusammenhang mit deinem Geburtsplan auf jeden Fall vermeiden solltest.

Geburtsplan - was ist das?

Ein Geburtsplan ist eine Art Checkliste für deine Geburt.

Sie hält fest, was du möchtest und was nicht. Also, welche Wünsche und Vorstellungen du für die Geburt deines Babys und die ersten Stunden danach hast.

Dabei geht es um ganz konkrete Dinge - von der ersten Wehe bis zum ersten Anlegen deines Babys an der Brust. Welche Atmosphäre wünschst du dir im Gebärzimmer, soll die Nabelschnur deines Babys auspulsieren und wie willst du es mit der Gabe von Vitamin- Prophylaxen halten?

Auch in Bezug auf die Menschen, die dich bei der Geburt begleiten, formulierst du deine Erwartungen. Wer ist der Ansprechpartner für die Kommunikation im Kreißsaal, möchtest du die Muttermundöffnung wissen und welche Hände sollen dein Baby zum ersten Mal berühren?

​Was möchtest du für die Geburt deines Babys?

Fang heute noch an dich vorzubereiten und halte deine Wünsche im Geburtsplan fest!

Was steht im Geburtsplan

In deinen Geburtsplan gehört alles, was dir in Bezug auf die Geburt wichtig ist. Also von der Aufnahme am Geburtsort, über die Begleitung bei der Wehenarbeit und mögliche medizinische Interventionen, bis hin zur Frage, ob du die Plazenta mit nach Hause nehmen oder als Klinikmüll entsorgen lassen möchtest.

All diese Fragen sind sehr individuell und auch nur bis zu einem gewissen Maße vorhersehbar. Steht die Frage nach einem Kaiserschnitt plötzlich im Raum, ist es entlastend, wenn du dich mit deinem Partner und deiner Doula schon im Vorfeld darüber ausgetauscht hast. Ein Kaiserschnitt ist deshalb nicht deine Ausrichtung, aber sollte es dazu kommen, ist es mit einer guten Vorbereitung wahrscheinlicher, dass du ihn dennoch selbstbestimmt erlebst und mit der Wende, die deine Geburt nimmt, leichter zurechtkommst.

In einem Geburtsplan solltest du also festhalten:

  • Wie du die Wehenarbeit meistern willst.
  • Was du über Routinemaßnahmen und medizinische Interventionen denkst.
  • Welche Vorstellungen du von der Geburt hast.
  • Welchen Umgang du mit deinem Baby möchtest.
  • Was dir wichtig ist, wenn es nicht nach Plan läuft.

Durch deine Auseinandersetzung mit den Fragen, die auf dich zukommen, nimmst du eine eigene Haltung ein.

Du legst dir einen Masterplan zurecht.

Geburtsplan erstellen - wie geht das?

Ein Geburtsplan ist ein sehr persönliches Dokument. Es gibt unzählige Downloads und Vorlagen, die du als Inspiration für dich nutzen kannst. Viel wichtiger als eine mit Babyschühchen verzierte Checkliste ist jedoch, was du daraus machst.

Lies dir die Fragen und einzelnen Punkte aufmerksam durch und finde deine eigene Antwort. Einen Geburtsplan erstellst du nicht an einem einzigen, chilligen Abend auf der Couch. Ein guter Geburtsplan ist echte Arbeit.

Hirn- und Baucharbeit.

Verstehst du, um was es geht, wenn du entscheiden sollst, ob die Nabelschnur auspulsiert oder nicht? Informier dich und lies dich schlau, bevor du dein Kreuz setzt.

Lass dich zu medizinischen Fragen von deiner Hebamme, deinem Arzt oder dem Kinderarzt beraten, um im Anschluss gut informiert zu entscheiden. Recherchiere und wäge das Für und Wider jeder medizinischen Maßnahme ab.

Beziehe dein Bauchgefühl mit ein. Fühlt sich diese Maßnahme für dich stimmig an? Entscheide so, wie es sich für dich gut anfühlt und frage nach, wann immer du Routinen, Untersuchungen oder Vorgehensweisen nicht verstehst.

Bist du unsicher oder hast weitere Fragen, bemühe dich um Klärung. Suche das Gespräch mit deiner Hebamme oder komm in unsere Facebook-Gruppe.

Geburtsplan ja oder nein?

Ja.

Doch wenn.

Dann richtig.

Die vier häufigsten Fehler im Umgang mit deinem Geburtsplan

Fehler Nr.1: Der 0-8-15 Geburtsplan

Wir wissen von vielen Hebammen, dass standardisierte „Geburtspläne“ aus dem Internet nicht immer mit dem nötigen Ernst aufgenommen werden. Ein Geburtsplan, der in einer simplen Multiple-Choice-Abfrage in 5 Minuten erstellt wurde, ist kein ernstzunehmendes Dokument.

​Doch eine gute Vorlagen dient dir für deine Auseinandersetzung: Sie schenkt dir Inspirationen, lässt dich herausfinden auf was es ankommt, ist dir ein roter Faden. Einen solchen Geburtsplan zum Herunterladen findest du auch hier bei NONAWUNDER. Er ist ein Arbeitspapier, das du für dich nutzen kannst. Hast du deine eigenen Antworten gefunden, bringst du sie in eine eigene Form und gestaltest dir deinen persönlichen Plan.

Fehler Nr.2: Der Geburtsplan als Wunschliste

Hebammen sind keine Weihnachtsmänner.

Für die Erfüllung rosaroter Herzenswünsche und das Streuen von Glitzer im Kreißsaal sind sie nicht zuständig.

Wenn du die Vorstellung hast, dass du mit einem Dokument, in dem du dir deine schmerzfreie und schnelle Traumgeburt ausmalst, eine solche auf jeden Fall erleben wirst, dann irrst du dich. Ein echter Geburtsplan hat mit einer Wunschliste, wie Kinder sie vor Weihnachten schreiben, nichts zu tun.

Ein Geburtsplan, der etwas taugt, spiegelt deine eigene Auseinandersetzung und deine gute Vorbereitung wider. Schreibst du eine bloße Wunschliste, ohne dich selbst intensiv vorzubereiten, gibst du die Verantwortung für deine Geburt ab.

Bereite dich auf eine selbstbestimmte und angstfreie Geburt vor und leg dir Tools zurecht, mit denen du die Wehen meisterst. Damit wird dein Wunsch wahrscheinlicher, eine Geburt zu erleben, wie du sie dir vorstellst.

Fehler Nr.3: Der Geburtsplan - das Dokument in deiner Handtasche

Geburtsplan erstellen - sprich mit deinem Partner

Du hast dich mit den Fragen, die auf dich zukommen, auseinandergesetzt, dich informiert und deine Antworten erspürt. Jetzt ist dein Geburtsplan fertig und wandert in deine Handtasche.

Neeeeeiiiinnnnnnnn, tu das nicht!

Geburtspläne, die in Handtaschen wandern, sind wie Reisepläne, die in der Schreibtischschublade vergammeln. Sie werden nicht wahr. Dein Geburtsplan ist der Fahrplan für deine Reise. Du sitzt am Steuer, aber weihe deine Geburtsbegleiter mit ein.

Sprich mit deinem Partner, deiner Doula oder deiner Mutter, je nachdem, wer dich bei der Geburt begleitet.

Geht alle Punkte durch und klärt die offenen Fragen. Es ist wichtig, dass dein Partner um deine Einstellung weiß, sie nach Außen kommunizieren kann und mitträgt. Hat dein Partner verstanden, warum du möchtest, dass die Nabelschnur erst durchtrennt wird, wenn die Plazenta geboren ist?

Er muss es verstehen, denn er ist der Ansprechpartner im Kreißsaal. Wenn er deine Wünsche nicht kennt, wie wahrscheinlich ist es, dass dein Geburtsplan, eine magische Wirkung entfaltet, sobald du ihn aus deiner Tasche zauberst?

Nutze deinen Geburtsplan als Gesprächsgrundlage für die Menschen, die mit deiner Geburt zu tun haben. Nimm ihn mit zum Vorgespräch in deine Wunschklinik und zum Infotag im Geburtshaus. Und sprich auch mit deiner Hausgeburtshebamme über deine Pläne für die Geburt.​

Fehler Nr.4: Wähle deinen Geburtsort mit Bedacht

An welchem Ort möchtest du deinen Plan in die Realität umsetzen?

Wenn dein Geburtsplan sagt, dass du keine vaginalen Untersuchungen und kein CTG möchtest, wird es in einer Klinik, die diese Routinen standardmäßig durchführt, schwierig. Wenn du eine PDA möchtest, bist du in einem Geburtshaus an der falschen Adresse und soll es eine Wassergeburt sein, dann hilft dir kein Kreißsaal, in dem die Gebärwanne nur zur Dekoration steht.

Ob dein Plan sich in die Tat umsetzen lässt, hängt von vielen Faktoren ab.

Neben deiner intensiven Vorbereitung ist auch der Ort, den du für die Geburt wählst, von entscheidender Bedeutung. Du solltest ihn so wählen, dass er dem Maximum dessen, was du in deinem Geburtsplan festhältst, am nächsten kommt.

In einem Level 1 Haus mit allen erdenklichen notfallmedizinischen Möglichkeiten herrscht ein völlig anderer Geist, als in einem Geburtshaus, in dem ausschließlich Hebammen arbeiten.

Dein Geburtsplan sollte zu dem Geburtsort, an dem du gebären möchtest, passen. 

Du kannst nicht an die Nordsee fahren und dich über Ebbe und Flut wundern. Du magst das Wattenmeer nicht? Dann buch ein Ferienhaus in der Toskana.

Du weißt jetzt, was ein Geburtsplan ist, wie du ihn benutzen sollst und was es noch braucht, um tatsächlich eine Traumgeburt zu erleben.

“Die Kraft eines Geburtsplans liegt nicht im Plan selbst. Sie liegt darin, sich seiner Möglichkeiten bewusst zu werden.” Jen McLellan

Fang heute noch an, dir einen Geburtsplan zu schreiben und werde dir deiner Möglichkeiten bewusst.

Nimm dir unsere Vorlage “Mein Geburtsplan” zu Hilfe, damit du an alles denkst und dich auf eine selbstbestimmte Geburt vorbereiten kannst. 

Erwarte eine Zeit voller Wunder!

Deine Simone

​Hier gehts zur Vorlage "Mein Geburtsplan"

​Bereite dich mit dieser Checkliste bestens auf die Geburt deines Babys vor und erwarte eine Zeit voller Wunder!

Über uns

Wir sind Simone Vogel (li) & Cerstin Jütte (re) und die Gründerinnen von NONAWUNDER

Wir unterstützen dich darin eine Schwangerschaft in guten Hoffnung zu erleben und dich ganzheitlich auf deine Geburt und das Wochenbett vorzubereiten. 

Unser Motto: Erwarte eine Zeit voller Wunder!