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Fliegen in der Schwangerschaft – soll ich oder soll ich nicht?

Stuttgart - Mailand

Mailand - Palermo

Das war mein erster Flug. Ich weiß es noch wie heute.

Was alle mir als “sensationelles Gefühl” beschrieben haben, diese Power, die beim Start dahinter steckt, die Schwerelosigkeit, die Welt von oben - all dem konnte ich wenig abgewinnen. Das Vibrieren der Turbinen und der Start trieben mir mein Frühstück wieder nach oben. Sensationell fand ich daran gar nichts.

Ich fühlte mich beengt, mir war hundeelend, die Luft war stickig. Niemals könnte ich mir vorstellen, schwanger zu fliegen. Auch wenn wahrscheinlich jeder Arzt mir Flugtauglichkeit bestätigt hätte.

Und du? Wirst du schwanger in ein Flugzeug steigen?

In diesem Artikel erfährst du, welche Turbulenzen das Fliegen in der Schwangerschaft mitbringen kann und wie du entscheidest, ob du eincheckst oder doch lieber auf dem Boden bleibst.

Deine Flugtauglichkeit attestiert der Arzt

​Fluggesellschaften haben keine einheitlichen Regeln im Umgang mit Schwangeren. Ein Großteil nimmt dich ab der 36. Schwangerschaftswoche nicht mehr mit an Bord. Und falls doch, so wirst du genau unter die Lupe genommen. Du musst als “flugtauglich” gelten.

Viele Gesellschaften erwarten schon viel früher ein ärztliches Attest, das deine Gesundheit bestätigt. Es sollte bescheinigen, dass deine Schwangerschaft bisher komplikationslos ist und dein Arzt keine Einschränkung für eine Flugreise sieht.

Bei großen Airlines, wie zum Beispiel der Lufthansa, kannst du dir einen Vordruck auf der Internetseite ausdrucken. Dein Arzt muss nur noch sein Kreuz an der richtigen Stelle setzen. Dann steht dem Check-in nichts mehr im Wege.

Auf dem besagten Lufthansaformular hat er tatsächlich auch die Möglichkeit, sein Kreuz bei “Risikoschwangerschaft, eine Flugreise ist nicht zu empfehlen” zu setzen. Was dieses Papier für dich absolut wertlos macht, wenn du schwanger fliegen willst.

Im Folgenden lernst du die vier häufigsten Turbulenzen kennen, die bei Flugreisen mit Baby im Bauch auftreten können. Letztendlich geht es immer um ein Risiko, das im besten Falle nicht eintritt und, das es individuell abzuwägen gilt. Auch die Experten sind sich in manchen Punkten nicht einig.

Es liegt also an dir zu entscheiden, ob du die Reise antrittst oder nicht.

Du bist die wahre Expertin für deine Flugtauglichkeit.

4 Dinge, die du beim Fliegen in der Schwangerschaft bedenken solltest

1. S​tress

Eine Flugreise und alle damit verbundenen Vorbereitungen können ein stressiges Unterfangen sein. Ich sage “können”, denn es macht einen Unterschied, ob du beruflich regelmäßig fliegst und darin Routine hast oder ob du zum ersten Mal in ein Flugzeug steigst. Dann lässt schon der bloße Gedanke daran deinen Blutdruck in die Höhe schnellen.

Du solltest Stress in der Schwangerschaft vermeiden, andererseits wünschst du dir so sehr, nochmal einen letzten Urlaub in trauter Zweisamkeit zu verbringen.

Am Meer, weit weg und Sonne.

Wäge ab und spüre: Wie stressig ist Fliegen für dich persönlich?

2. Thrombose

Insbesondere bei Langstreckenflügen herrscht ein größeres Risiko für die Bildung einer Thrombose. Dabei bildet sich in einem Blutgefäß ein Blutgerinnsel, das im weiteren Verlauf zu verschiedenen, auch schwerwiegenden Symptomen führen kann.

Das lange Sitzen mit angewinkelten Knien begünstigt die Entstehung solcher Blutgerinnsel, vor allem, wenn du schon am Boden mit vermehrten Wassereinlagerungen oder Krampfadern zu kämpfen hast. Das Tragen von Thrombosestrümpfen wird auf jeden Fall empfohlen.

Hast du ein erhöhtes Risiko, weil du in der Schwangerschaft mit diesen Begleiterscheinungen zu tun hast, solltest du auf Langstreckenflüge verzichten und dir ein näher gelegenes Urlaubsziel aussuchen.

​3. Strahlung

Ein heiß diskutiertes Thema ist die Belastung durch Strahlung. Fakt ist: Wenn du dich in ein Flugzeug setzt und abhebst, bist du einer kosmisch bedingten Höhenstrahlung ausgesetzt.

Fliegst du nur selten, ist diese Belastung sehr gering und das Bundesamt für Strahlenschutz ist sich in seiner Infobroschüre sicher: Das Risiko für dein Baby kann vernachlässigt werden. Weitere Strahlenbelastung entsteht durch den Röntgenblick der Geräte, die dich und dein Handgepäck durchleuchten. Auch hier wird die Belastung als “unbedenklich” eingestuft.

Schwangere Flugbegleiterinnen oder Pilotinnen werden üblicherweise als Bodenpersonal eingesetzt und heben nicht mehr ab. Wie immer macht die Dosis das Gift und es liegt an dir zu entscheiden: Möchtest du dich und dein Baby dieser erhöhten Strahlung aussetzen oder nicht?

4. Risiken & Nebenwirkungen

Übelkeit und Völlegefühl kannst du nicht am Gepäckband abgeben, sodass du selbstverständlich alle Begleiterscheinungen, die du auch außerhalb des Flughafens wahrnimmst, mit ins Flugzeug nimmst. Die lange Liste an Risiken, die eine Schwangerschaft birgt, findet sich auch in den vielen Artikeln zum Fliegen in der Schwangerschaft: Blutungen, insbesondere in der Frühschwangerschaft, sind möglich. Auch Kreislaufprobleme können eintreten oder deine Gebärmutter könnte sich zusammenziehen und erste Wehen mitbringen, obwohl der Geburtszeitraum noch nicht erreicht ist.

Hier gilt: Dein Körper ist wunderbar gemacht!

All diese Komplikationen sind denkbar aber nicht deine Ausrichtung. Wenn Fliegen für dich zum Stress in der Schwangerschaft wird, weil du viele Ängste hast und dir tagelang ausmalst, was alles passieren könnte, ist es besser auf die Reise zu verzichten. Erspare dir und deinem Baby die Aufregung. 

Betrachte deine Sorgen und Zweifel in Bezug auf das Fliegen und frage dich: Welche Bedenken sind berechtigt? Was trifft auf mich zu?

Warum möchtest du mit Baby im Bauch fliegen?

Soll ich oder soll ich nicht?

Neben allen Bedenken rund um das Fliegen in der Schwangerschaft spielt auch dein Warum eine bedeutende Rolle. Du hast einen Grund, warum du fliegen möchtest.

Am Ende des Fluges steht ein Ziel. Ein Ort, an dem du gerne sein möchtest.

Vielleicht ist es dir wichtig, deine verrückte, ausgewanderte Tante in Kanada noch einmal zu besuchen. Du hast sie schon 3 Jahre nicht gesehen und wunderschöne Kindheitserinnerungen, die dein Herz höher schlagen lassen. Bei ihr würdest du Kraft tanken und wer weiß, wann du sie wieder siehst, wenn das Baby erstmal da ist.

Oder wollt ihr nochmal so richtig romantisch Urlaub machen? Zu zweit, irgendwo im Süden, vielleicht eine griechische Insel, kristallblaues Meer und frischer Fisch im Hafenrestaurant.

Fliegen in der Schwangerschaft: Ab ans Meer?

Ist dein Flugwunsch beruflicher Natur? Es ist dir wichtig, die Fortbildung, an der du teilnimmst, zu beenden. Du möchtest dein Abschlusszertifikat in den Händen halten. Mit dem Flugzeug wäre das viel bequemer, als mit dem Zug quer durch ganz Deutschland.

Lausche nach innen und fühle, wie wichtig dir das ist, was dich am Zielflughafen erwartet. Hast du dein Warum klar, kannst du besser abwägen und entscheiden, ob du fliegen wirst oder nicht.

Was ist dein Warum? Warum möchtest du fliegen?

Gibt es Alternativen zum Fliegen in der Schwangerschaft?

Verursacht der Gedanke an das Fliegen dir dennoch Stress und Unbehagen?

Dann erforsche Alternativen.

Kann deine Lieblingstante dich besuchen? Ist nicht auch ein Urlaub an einem schnuckeligen See im Allgäu romantisch und erholsam? Gibt es eine Mitfahrgelegenheit oder eine Übernachtungsmöglichkeit, die dir eine entspannte Anreise zur Prüfung ermöglicht?

Betrachte dein Warum aus der Vogelperspektive und erkenne die Wege, die du auch gehen kannst, um dir dein Warum zu erfüllen. Wenn dein Bauchgefühl dir sagt, dass du nicht fliegen möchtest, dann höre darauf.

Wie kannst du auf das Fliegen in der Schwangerschaft verzichten und dennoch glücklich sein? Gibt es für dich einen Plan B?

Die Entscheidung, ob du in der Schwangerschaft fliegen sollst oder nicht, kann dir niemand abnehmen. Nach diesem Artikel kennst du die Turbulenzen und weißt auch, dass diese Wahrscheinlichkeiten sind, die auf dich nicht zutreffen müssen. Du hast dein Warum erforscht und Alternativen zum Check-in geboren.

Befrage dein Bauchgefühl, ob es dir “Flugtauglichkeit” attestiert.

Dann wird sich die richtige Entscheidung zeigen.

Und? Fliegst du oder fliegst du nicht?

Lass mir einen Kommentar da und verrate mir, wie du dich entschieden hast.

Ich wünsche dir von Herzen, dass du zur richtigen Zeit am richtigen Ort bist, egal ob am Boden oder in der Luft. Alles Gute, Simone

Über uns

Wir sind Simone Vogel (li) & Cerstin Jütte (re) und die Gründerinnen von NONAWUNDER

Cerstin würde ihren letzten zweisamen Urlaub rückblickend viel bewußter Planen. Und auf jeden Fall ziemlich oft nochmal in Ruhe essen gehen. Lecker!

Simone liebt das Fliegen nicht so sehr, weshalb sie niemals schwanger in ein Flugzeug gestiegen wäre. An ihren letzten Urlaub zu zweit erinnert sie sich noch gut: Ein Kurztrip mit dem Wohnmobil und ausgedehnten Spaziergängen in den Weinbergen.

Wir wünschen dir von Herzen einen wunderschönen Urlaub, voller Erholung und magischer Momente, mit Restaurantbesuchen und Zweisamkeit.

Genieß es und erwarte eine Zeit voller Wunder!

2019-01-09T11:09:47+00:00

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